Abschied

„Dieses Mal meinst du es wirklich ernst, nicht wahr?“
„Ich habe es immer ernst gemeint“, antwortete sie sanft.
„Du brichst mir das Herz.“
„Ach du“, sie lächelte ihn zärtlich an, murmelte: „Was ist das schon, ein gebrochenes Herz!“
„Ich werde dich nicht gehen lassen, dich wieder gewinnen.“
Sie fuhr sich durchs Haar, eine vertraute Geste. „Du hast mich nie verloren.“
„Dann bleib!“
Sie stand auf. „Nein, das geht nicht.“
„Warum?“
Ihre letzen Worte, im Hinausgehen, kaum verständlich.
„Weil ich dich liebe!“

  • “Weil ich dich liebe” ist der für den Verlassenen wohl schlimmste Grund, verlassen zu werden.
    Eindringlich, dieser Dialog.

  • Und er bleibt auf dem großen WARUM sitzen, der Arme.

    • Der Grund mag sein, dass die Protagonistin denkt, es ginge ihm ohne sie besser als mit ihr.
      Und das ist dann ein Trugschluss.

  • Meinst du das ist ein Trugschluss?
    Wer kann das schon wissen…

  • Gehen weil man liebt. Ein schönes Paradoxon, das wohl keines ist, denke ich.