Archiv für Dezember 2009

Kims Mutter (7) – letzter Teil

„Als ich Sonja kennen lernte, hat mich ihr Herz berührt. Heute ist dieses Herz umschlossen von Mauerringen aus geleerten Flaschen und ich finde keinen Zugang mehr zu ihm. Sonja fügt den Mauern immer mehr Flaschen hinzu. Sie verändert sich, wird ein anderer Mensch. Und ich habe Angst, dass ich sie nicht mehr wiederfinde, wenn es [...]

Weiterlesen »

Kims Mutter (6)

„Ich habe nie mit jemandem darüber gesprochen, was damals passiert ist. Weil ich es selbst nicht verstanden habe. Weil ich mich schämte. Weil ich glaubte, alles wäre nur meine Schuld gewesen. Und weil ich das Gefühl hatte, einen Menschen im Stich gelassen zu haben, der mich gebraucht hätte.
Elsbeth war meine beste Freundin. Sie war meine [...]

Weiterlesen »

Kims Mutter (5)

Zwei Tage später wurde Sonja Wengert aus dem Krankenhaus entlassen. Kim konnte sich nicht darüber freuen, dass sie wieder da war. Sie hatte seit den Ereignissen dieser Nacht nicht mehr gesprochen. Was sollte sie auch sagen? Und vor allem: Wem? In der Schule wusste niemand, dass ihre Mutter zu viel Alkohol trank. Kim brachte nie [...]

Weiterlesen »

Kims Mutter (4)

„Der Wandel muss beim Nichtalkoholiker beginnen.“
„Der Alkoholiker hat zwei Waffen: Die Wut und die Angst.“
Auf dem Heimweg von der Selbsthilfegruppe sprachen Frau Schneider und Peter Wengert nur wenige Worte miteinander. Beide hingen ihren Gedanken nach. Die vergangene Stunde war sehr aufschlussreich gewesen und nun musste jeder für sich das Gehörte erst einmal verarbeiten.
Die Gruppe hatte [...]

Weiterlesen »

Kims Mutter (3)

Der Anblick, der sich Gitta bot, war erschreckend: Kim kauerte in der geöffneten Wohnungstür und blickte starr ins Wohnzimmer, wo ihr Vater schluchzend vor der Couch zusammengesunken war. „Ich wollte das nicht tun, es tut mir leid, ich wollte das nicht“, brach es aus ihm heraus. Kims Mutter wand sich auf dem Couchtisch und als [...]

Weiterlesen »

Kims Mutter (2)

Gitta konnte nicht mitreden. Sie hatte bereits einige Erfahrungen in ihrem Leben gesammelt, doch jede Form von Sucht war ihr unbekannt. Sie wusste nur, dass Kim Hilfe brauchte, koste es, was es wolle. Kim durfte nicht noch einmal diese nächtliche Szene miterleben, die ihrer Kinderseele einen nicht wieder gutzumachenden Schaden zufügte.
Doch womit sollte sie beginnen? [...]

Weiterlesen »

Kims Mutter (1)

Das polternde Geräusch aus der Wohnung über ihr ließ Gitta aus dem Schlaf hochschrecken. Schreie waren zu hören, in unbändiger Wut ausgestoßene Wortfetzen. Sie stritten sich wieder. „Kim!“ Gitta stand auf und öffnete ihre Wohnungstür, doch Kim war nicht da. Gitta hoffte inständig, dass sie kommen würde und nicht wieder mit angstverzerrtem Gesicht und tränenüberströmt [...]

Weiterlesen »

Das schönste Geschenk

Sie stand kurz hinter dem Eingang des Konsumtempels, gut sichtbar für die hinein- und hinaushastenden Menschen und doch von diesen unbemerkt, die mit Scheuklappenblick nur darauf aus waren, noch rechtzeitig Geschenke für das Weihnachtsfest zu besorgen. Sie ertrug die immerwährende Wiederholung der musikalischen Beschallung, das Blinken der Beleuchtung am künstlichen Weihnachtsbaum und die Kälte, die [...]

Weiterlesen »

Advent in Mwanza

Regina war gerade von der Schule nach Hause gekommen und stand nun im Feld, um den dürren Boden zu lockern.
Der Regen ließ schon seit Wochen auf sich warten und sie wusste, dass die Ernte nicht gut ausfallen würde. Zu trocken war der Boden, zu klein die Fruchtstände des Getreides, zu winzig die Körner, die sie [...]

Weiterlesen »

Mein Bild von Dir

Ich hab mein Bild von Dir geliebt
Und nun erkennen müssen
Dass der, der Du in Wahrheit bist
Nicht liebenswürdig ist für mich.
Ich hab mein Bild von Dir geliebt
Hab immer das entschuldigt
Was andere schon vor langer Zeit
Als unsozial empfunden.

Weiterlesen »