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		<title>Zappenduster</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 07:27:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Songline</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wanda und das Weltgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Bank]]></category>
		<category><![CDATA[Josef Ackermann]]></category>
		<category><![CDATA[Syrien]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Tage wurde ich morgens wach und es war zappenduster. Auch nachdem ich meine Augen bereits geöffnet und auf den Wecker gerichtet hatte. Okay, Stromausfall. Kommt ja mal vor. Also tastete ich mich zu meinem Handy vor, stellt erschrocken fest, dass es schon 7 Uhr war, und verbreitete Hektik bei den Kindern, die in die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Tage wurde ich morgens wach und es war zappenduster. Auch nachdem ich meine Augen bereits geöffnet und auf den Wecker gerichtet hatte. Okay, Stromausfall. Kommt ja mal vor. Also tastete ich mich zu meinem Handy vor, stellt erschrocken fest, dass es schon 7 Uhr war, und verbreitete Hektik bei den Kindern, die in die Schule mussten. Irgendwann kam dann von der Jüngsten Entwarnung: Mein Handy steht noch auf Sommerzeit und so hatten wir eine Stunde länger Zeit, mit selbigem als Lichtquelle ins Bad zu tappern, uns dort kalt zu waschen, uns in Anbetracht der ausgefallenen Heizung ruckzuck anzuziehen und zum Frühstück zu gehen. Beim ersten Biss ins Brötchen war der Strom dann wieder da. Halleluja.</p>
<p>So viel Glück hat nicht jeder. Der Josef Ackermann zum Beispiel nicht. Der hat zum letzten Mal vor seinem Abgang die Geschäftszahlen für die Deutsche Bank bekannt gegeben und alle Medien sprachen anschließend von einem enttäuschenden bis desaströsen Ergebnis. Nach Steuern blieb nämlich nur ein Überschuss von 4,3 Milliarden Euro übrig. Nun mag der geneigte Leser denken, dass 4,3 Milliarden Euro doch viel Geld sind. Aber wir haben ja alle keine Ahnung! Dieser Betrag erlaubt nämlich lediglich eine Dividendenrendite von 2,2 % pro Aktie. Da hätte der Herr Ackermann das Geld der Deutschen Bank mal besser auf ein Tagesgeldkonto bei der Bank of Scottland eingezahlt und dort ganz risikolos 2,7% Zinsen kassiert. Wobei ich nicht weiß, ob eine Bank bei einer anderen Bank ein Sparbuch eröffnen kann, aber das ließe sich ja herausbekommen.  Alternativ hätte sich Herr Ackermann auch mal von unserem Bundespräsidenten beraten lassen können. Ich wette, der hätte jemanden gewusst, der eine Anlage mit mehr als 2,2% Verzinsung anbietet. Die BW-Bank lässt grüßen.<br />
<span id="more-936"></span><br />
Die Angie, also die Bundesangela, weilte derweil in China. Da ist da, wo alle Regimekritiker zappenduster weggesperrt wurden, damit die Angie sie nicht sehen konnte. Das machte aber der Angie und den mitgereisten Wirtschaftsbossen nicht wirklich was aus, schließlich geht es ums Geschäft, da kann man auf ein paar Leutchen im Dunkeln nicht so viel Rücksicht nehmen. Das Geschäft besteht übrigens darin, dass die Chinesen sich unsere Technik anschauen und dann nachbauen (die sind nicht so doof, selbst Geld in Entwicklungsarbeit zu stecken). Im Austausch dafür überschwemmen sie Deutschland mit Billigwaren, die von den Mitarbeitern von Öko-Test nur im Vollkörperschutzanzug untersucht werden, weil sie so viele Giftstoffe enthalten, dass die Tester ansonsten um Leib und Leben fürchten müssten. Aber auf unsere Kinder wird das Zeug pur losgelassen und die sabbern dann schön drauf rum, wie Kinder halt so sind. Danke, Angie!</p>
<p>In Syrien knipst die Armee weiter der Opposition das Licht aus. Da sterben jeden Tag hunderte Leute, aber die Uno kann nichts dagegen tun, weil sich Russland im Sicherheitsrat gegen eine Resolution ausspricht. Wenn ihr mich fragt, müsste dieses Vetorechts-System mal dringend überarbeitet werden. Aber mich fragt ja keiner. Und so geht das Blutvergießen weiter und macht selbst die Tage zappenduster.</p>
<p>So. Und jetzt starte ich mal einen Aufruf gegen die Dunkelheit. Ich suche nämlich seit Wochen gute Nachrichten für meine Kolumne. Und ich finde… Genau. Nichts. Die ganze Medienlandschaft scheint in Weltuntergangsstimmung. Ich hab die schlechten Nachrichten sooo satt. Es wird Zeit, auch mal über was Schönes zu berichten. Wenn ihr etwas findet: Her damit!</p>
<p>Für mich persönlich gab es schon einen Lichtblick diese Woche:  Meine Jüngste verlieh mir die Auszeichnung „Coole Mama.“  Da war dann gar nichts mehr zappenduster.</p>
<p>Bis bald mal<br />
Wanda</p>
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		<title>Stein auf Stein</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 06:58:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Songline</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurz erzählt]]></category>

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		<description><![CDATA[Das monotone Geräusch des Zuges hatte sie einnicken lassen. Erst kurz vor dem Ziel wachte sie wieder auf, hörte die Durchsage und ging Richtung Ausstieg. Als der Zug im Bahnhof zum Stehen kam, war sie die erste, die ihn verließ. 
 Zu viele Menschen im Bahnhof, zu laut, zu geschäftig. Sie bahnte sich ihren Weg [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das monotone Geräusch des Zuges hatte sie einnicken lassen. Erst kurz vor dem Ziel wachte sie wieder auf, hörte die Durchsage und ging Richtung Ausstieg. Als der Zug im Bahnhof zum Stehen kam, war sie die erste, die ihn verließ. </p>
<p> Zu viele Menschen im Bahnhof, zu laut, zu geschäftig. Sie bahnte sich ihren Weg zum Taxistand und ließ sich zu ihrem Ziel bringen.<br />
„Hey“, begrüßte sie einen alten Freund. Sie spürte das Geschenk für ihn in der Tasche.<br />
„Hey“, antwortete er und schüttelte den Kopf. „Nicht das“, bat er, „behalt es.“<br />
Ihre Augen füllten sich mit Tränen. „Lieber einen Kieselstein?“<br />
Er nickte. Sie ging ein paar Schritte und fand einen Stein mit schöner Maserung.<br />
„Weil Du nicht vergessen bist“, sagte sie und legte ihm den Kiesel auf den Grabstein. </p>
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		<title>Zweierlei Maß</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 06:58:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Songline</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tag für Tag]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer einen bequemen Anzug trägt, sollte anderen kein Korsett anlegen.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer einen bequemen Anzug trägt, sollte anderen kein Korsett anlegen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Lehrjahre</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 18:37:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Songline</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichtet]]></category>

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		<description><![CDATA[Du lehrtest mich
die Liebe
und
meine Stärke.
Keine Angst mehr
vor dem Tod zu haben
lernte ich
als du gingst. 
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Du lehrtest mich<br />
die Liebe<br />
und<br />
meine Stärke.</p>
<p>Keine Angst mehr<br />
vor dem Tod zu haben<br />
lernte ich<br />
als du gingst. </p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wer schützt uns vorm Verfassungsschutz?</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 07:07:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Songline</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wanda und das Weltgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Die Linken]]></category>
		<category><![CDATA[Extremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Inlandsgeheimdienst]]></category>
		<category><![CDATA[V-Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassungsschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt ja so Tage, da zweifel ich ernsthaft an meinem Verstand. Dann bekomme ich noch mehr graue Haare, als ich sowieso schon habe, und sehe meine Rest-Attraktivität den Bach runter laufen. Und wer ist schuld? Diesmal der Verfassungsschutz.
Der Verfassungsschutz ist der Inlandsgeheimdienst. James Bond, der verzweifelt nach Kornfeldbetten in blühenden Landschaften sucht. Oder eben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt ja so Tage, da zweifel ich ernsthaft an meinem Verstand. Dann bekomme ich noch mehr graue Haare, als ich sowieso schon habe, und sehe meine Rest-Attraktivität den Bach runter laufen. Und wer ist schuld? Diesmal der Verfassungsschutz.</p>
<p>Der Verfassungsschutz ist der Inlandsgeheimdienst. James Bond, der verzweifelt nach Kornfeldbetten in blühenden Landschaften sucht. Oder eben nicht. Seien wir ehrlich: Die Aufklärung von und über<br />
Bestrebungen gegen den Bestand des Bundes oder eines Landes,<br />
Bestrebungen gegen die Sicherheit des Bundes oder eines Landes und<br />
Bestrebungen gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung<br />
sind Aufgaben, die sich nicht gerade nach Spannung und Abenteuer anhören. Aber man könnte ja was daraus machen, dachte ich.</p>
<p>Ich sah mich schon als Wanda 008 mein Land verteidigen, gegen Extremisten, Islamisten und Scientology und gegen Landes- und Wirtschaftsspionage. Ich sah mich Terrorzellen ausheben, Wanzen anbringen, fremder Leute Mails lesen. Ich sah mich im kleinen Schwarzen auf Parties stehen, ein Glas Cassissée in der Hand (weder gerührt noch geschüttelt) und mit den Bösen dieser Welt plaudern, um sie zu (<del datetime="2012-01-28T08:22:45+00:00">ver</del>)überführen.<br />
<span id="more-911"></span><br />
Also sprach ich eines Tages im Bundesamt für Verfassungsschutz vor und erzählte davon. Der Personalchef hörte sich meine begeisterte Rede an und sagte:<br />
„Gut. Ich hab da was für  Sie. Sie kennen sich mit Links aus?“<br />
 „Mit Computerlinks?“, fragte ich vorsichtig.<br />
„Politik“, flüsterte er.<br />
„Die Linken?“, flüsterte ich zurück.<br />
„SED, Sozialismus, Staatsfeinde! In unserem Parlament!“ Ich verstand ihn kaum noch.<br />
„Sie werden V-Frau“, schlug er mir vor. „Sie unterwandern die Partei und berichten.“<br />
„Aber ich …“ An seinem Gesichtsausdruck sah ich, dass ich das nicht hätte sagen sollen.<br />
„Das Wort ABER gibt es ab sofort in ihrem Wortschatz nicht mehr.“ Das war laut genug. </p>
<p>Nun ist aber ausgerechnet „aber“ eines meiner Lieblingswörter, besonders gegenüber Vorgesetzten, zeigt es doch die Fähigkeit zu eigenen Gedankengängen und Schlussfolgerungen. Ich merkte schon, ich war hier fehl am Platz. Und so verabschiedete ich mich und trat den Heimweg an. </p>
<p>Irgendjemand scheint aber den Job dann doch bekommen zu haben. 27 Bundestagsabgeordnete der Linken wurden überwacht, wegen vermuteter verfassungsfeindlicher Tendenzen. Ich frage mich: Was haben die gemacht? Gegen den Kapitalismus gewettert? Das ist Meinungsfreiheit, das darf man. Über Angies Augenlider gelästert? Die sind Tatsache, das darf man auch. Den Bundespräsidenten zum Rücktritt aufgefordert? Gut, das könnte ein Angriff gegen ein Staatsorgan sein, das darf man nicht. Andererseits standen die eigenen Parteikollegen von unserem Christian den Linken da in nichts nach, also müssten die doch jetzt auch überwacht werden. Oder? </p>
<p>Oder ist der Verfassungsschutz auf dem CDU-Auge genauso blind wie auf dem rechten, mit dem er ja die Zwickauer Terrorzelle trotz Beobachtung jahrelang nicht gesehen hat? Wenn ihr mich fragt, müssen mal genaue, transparente Kriterien her, was Meinung ist und was zu überwachendes verfassungsfeindliches Handeln. Ich möchte auch wissen, ob eine V-Frau sich an Terrorakten beteiligen darf, um ihre Deckung nicht auffliegen zu lassen. Ich bin dagegen, überzeugte Rechte zur Informationsbeschaffung gegen Rechtsextreme einzusetzen. Da versucht man doch, den Teufel mit dem Belzebub auszutreiben. Aber mich fragt ja keiner.</p>
<p>Und so sitze ich hier in meinem Dachkämmerlein und fürchte mich vor dem Tag, an dem ein 009 beim Verfassungsschutz auftaucht und der Personalchef sagt:<br />
„Gut. Ich hab da was für Sie. Sie kennen sich mit Links aus?“<br />
„Politik?“<br />
„Nein, Computerlinks.“ Er flüstert.<br />
„Internet?“<br />
„Ja, eine gewisse Wanda. Sie werden V-Mann. Sie erschleichen sich ihr Vertrauen und berichten.“</p>
<p>Aber ich weiß mich zu wehren. Ich rede mit niemandem hier. Gar niemals nicht. Nehmt es mir nicht übel, es ist reine Vorsicht. Schließlich geht es um meine Haare. </p>
<p>Bis bald mal,<br />
Wanda</p>
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		<title>Filmtipp: Ziemlich beste Freunde</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 07:22:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Songline</dc:creator>
				<category><![CDATA[Multimedial]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man sich nach einem Film auch den Abspann noch anschaut, der aus nichts als einer Namensliste besteht, und man dennoch sitzen bleibt, um diese Stimmung nachwirken zu lassen, dann ist der Film gut  
Schaut Euch den Trailer an und dann ab ins Kino:

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]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man sich nach einem Film auch den Abspann noch anschaut, der aus nichts als einer Namensliste besteht, und man dennoch sitzen bleibt, um diese Stimmung nachwirken zu lassen, dann ist der Film gut <img src='http://netzkritzler.de/herzfluestern/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Schaut Euch den Trailer an und dann ab ins Kino:</p>
<p><code>
<object	type="application/x-shockwave-flash"
			data="http://www.youtube.com/v/uGe6J_5Izfw"
			width="425"
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	<param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/uGe6J_5Izfw" />
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		<title>Wir nicht!</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 17:22:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Songline</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlebtes]]></category>

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		<description><![CDATA[Deine Stimme so wütend, so verzweifelt wütend. Ich höre Dir zu, meine Freundin, ich höre Dir zu. Und es brennt auch bei mir, unsäglich. Aber ich lasse keine Autos mehr auf mich zurasen. Und weißt Du, warum nicht? Weil ich versprach, hinter der Ziellinie auf Dich zu warten. 
„Scheißegal“ ist leicht gesagt. Je lauter man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Deine Stimme so wütend, so verzweifelt wütend. Ich höre Dir zu, meine Freundin, ich höre Dir zu. Und es brennt auch bei mir, unsäglich. Aber ich lasse keine Autos mehr auf mich zurasen. Und weißt Du, warum nicht? Weil ich versprach, hinter der Ziellinie auf Dich zu warten. </p>
<p>„Scheißegal“ ist leicht gesagt. Je lauter man es brüllt, umso weniger ist es wahr. Es ist dir nicht egal. Weil &#8220;egal&#8221; ein Aufgeben wäre. Aber wir geben nicht auf, meine Freundin, wir nicht! </p>
<p>Du wirst rennen, auch wenn es brennt. Ich werde warten, und halte mein Brennen aus, weil ich weiß, dass Du kommst. DU, hörst Du? Und wenn Du dann da bist, schreien wir endlich. Ich höre uns jetzt schon: „Wir nicht!“</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Vom Recht auf Ertrag</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 05:56:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Songline</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wanda und das Weltgeschehen]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt ja Nachrichten, die treiben mir die nicht vorhandene Hutschnur hoch. Gestern las ich, dass die Hedge-Fonds ein Menschenrecht auf Ertrag fordern. Na toll. Wenn ein Bauer seinen Acker bestellt, damit er sich ernähren kann, trägt er selbst das Risiko, wenn es zu viel oder nicht genug regnet und seine Ernte mager ausfällt. So [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt ja Nachrichten, die treiben mir die nicht vorhandene Hutschnur hoch. Gestern las ich, dass die Hedge-Fonds ein Menschenrecht auf Ertrag fordern. Na toll. Wenn ein Bauer seinen Acker bestellt, damit er sich ernähren kann, trägt er selbst das Risiko, wenn es zu viel oder nicht genug regnet und seine Ernte mager ausfällt. So ein Landwirt ist dem Wetter relativ hilflos ausgeliefert, darum betet er in der Regel auch hübsch fromm zum lieben Gott und zu allen Heiligen, auf deren Fürsprache er vertraut.</p>
<p>Ein Hedge-Fonds hat vom lieben Gott noch nie etwas gehört. Er hat keinen Bezug zur eigenen Scholle, sondern jongliert mit dem Geld anderer Leute, und das möglichst spekulativ. Ein Hedge-Fonds zeichnet sich nämlich dadurch aus, dass er versucht, mit riskanten Finanzgeschäften möglichst große Gewinne zu erzielen. Da werden Aktien leer verkauft und mit sinkenden oder steigenden Börsenkursen spekuliert. Da investiert man in Staatsanleihen klammer Staaten, weil die höhere Zinsen bringen. Und dann wundert man sich auf einmal, wenn so ein Staat tatsächlich mal pleitegeht. Wie Griechenland zum Beispiel. Dort sollen ja jetzt die Gläubiger auf 50% ihrer Einlagen verzichten. Die Hedge-Fonds auch, und die regen sich drüber auf. Dabei ist der Kapitalverlust für Hedge-Fonds genauso ein tägliches Geschäft wie der ausbleibende Regen für einen Landwirt. Der dann übrigens nicht von einem Menschenrecht auf Ertrag faselt, sondern den Gürtel enger schnallt, damit er über den Winter kommt. Zumindest in Afrika. In Europa rufen die Bauern schon mal nach Fördermitteln aus der EU, wenn die Ernte ersoffen oder vertrocknet ist. Aber ehrlich: Den Bauern gönne ich ihre Zuschüsse, schließlich sorgen die für unser täglich Brot und die Milch im Kaffee.<br />
<span id="more-895"></span><br />
Den Hedge-Fonds aber gönne ich ihre Rettung nicht. Wer mit Geld jongliert, muss damit rechnen, dass auch mal was runterfällt. Und dann soll mir keiner brüllen, dass das gefälligst jemand anderer wieder aufheben soll. Die Spekulationen am Finanzmarkt sind schließlich auch nicht ganz schuldlos an der Krise. Nun sitzt der Fonds mit den Staaten im Sumpf und bittet die Staaten: „Ich bin ein Fonds, holt mich hier raus!“ Ja, wie denn, bitteschön? Hat schon mal einer von den geneigten Lesern gesehen, dass sich zwei ohne Hilfe von außen aus einem Sumpfloch befreien konnten? Also ich nicht.</p>
<p>Apropos Sumpf: Gestern las ich auch, dass die Deutsche Bank unter Sunnyboy Josef Ackermann maßgeblich an den Geschäften um den weltweiten Lebensmittelhandel beteiligt ist. Genauer gesagt: Daran, dass Lebensmittel an der Börse genauso zum Spekulationsgut wurden wie Aktien. Während früher Lebensmittelrohstoffe noch zwischen Erzeugern und Abnehmern gehandelt wurden, schalten sich nun zwischen jede Transaktion bis zu 14 Mal die Finanzjongleure ein und treiben mit ihren Spekulationen die Preise hoch. Dies hat zu einer starken Verteuerung vor allem des Getreides geführt und in verschiedenen Ländern bereits zu (auch gewaltsamen) Demonstrationen, weil sich die Menschen das tägliche Brot nicht mehr leisten können.</p>
<p>In dieser Situation reden die Hedge-Fonds von einem Menschenrecht auf Ertrag. Wenn Ihr mich fragt, sollten sowohl Hedge-Fonds als auch Spekulationen mit Lebensmitteln verboten werden. Aber mich fragt ja keiner.</p>
<p>Und so sehe ich den Landwirt weiterhin seinen Acker bearbeiten, den Blick gen Himmel gerichtet. Und die Hedge-Fonds sehe ich spekulieren und lamentieren. Ohne zu wissen, welchen Wert die Scholle unter den Füßen des Landwirts hat. Und genau das ist das eigentliche Problem.</p>
<p>Bis bald mal,<br />
Wanda</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Im Nirgendwo</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 18:09:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Songline</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurz erzählt]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie stand an der Landstraße mitten im Nirgendwo. Jeans, ein T-Shirt, die Haare offen im Wind. Er hielt an. „Wohin?“, fragte er. „Wohin du willst.“ Er nickte, sie stieg ein. Ein paar Meilen weiter bat sie ihn, anzuhalten. „Komm“, sagte sie und führte ihn zu einem nahe gelegenen See.  „Schsch“, flüsterte sie, „die Seeadler [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie stand an der Landstraße mitten im Nirgendwo. Jeans, ein T-Shirt, die Haare offen im Wind. Er hielt an. „Wohin?“, fragte er. „Wohin du willst.“ Er nickte, sie stieg ein. Ein paar Meilen weiter bat sie ihn, anzuhalten. „Komm“, sagte sie und führte ihn zu einem nahe gelegenen See.  „Schsch“, flüsterte sie, „die Seeadler brüten.“ „Aber hier gibt es doch gar keine …“ „Schsch …“ Sie starrten auf den See hinaus und sie folgte mit den Augen einem Vogel, der nur ihrer war. Zurück am Wagen verabschiedete sie sich. „Farewell, my friend“, sagte sie und stand wieder mitten im Nirgendwo.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Es gab diese Zeit</title>
		<link>http://netzkritzler.de/herzfluestern/2012/01/es-gab-diese-zeit/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 11:29:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Songline</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlebtes]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gab diese Zeit, als ich taub war. Da lief das Leben an mir vorbei oder wie ein Film vor mir ab und ich dachte: Wann hört das auf? Es gab diese Zeit, als es mir egal war, ob ich lebe oder sterbe, stell dir das vor, mit zwei kleinen Kindern! Es gab diese Zeit, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gab diese Zeit, als ich taub war. Da lief das Leben an mir vorbei oder wie ein Film vor mir ab und ich dachte: Wann hört das auf? Es gab diese Zeit, als es mir egal war, ob ich lebe oder sterbe, stell dir das vor, mit zwei kleinen Kindern! Es gab diese Zeit, da ich die schlimmen Tage zählte und irgenwann waren sie es alle. Es gab diese Zeit. </p>
<p>Und dann kam die Zeit, als ich dachte: Zähle die guten! Und es tat. Es kam die Zeit, da ich kämpfte, gegen die Taubheit, gegen die Gleichgültigkeit, für meine Kinder. Und für mich.<br />
<span id="more-889"></span><br />
Wenn ich zurücksehe, waren diese Monate nur ein Moment in meiner Zeit. Als ich drin war, kam mir dieser Moment ewig vor. Ein Jahr, hatte man mir gesagt, würde es dauern, da rauszukommen. Ich schaffte es in einem halben.</p>
<p>Ich wäre nicht dieselbe, ohne diese Zeit. Wüsste nicht um meine Schwäche, und noch weniger um meine Stärke. </p>
<p>Wenn ich dich kämpfen sehe, denke ich so oft an meine Zeit. Und dann schau ich nach vorn und stell mir vor, wie wir lachen, im Sommer, wenn Du Deine überwunden hast, und wie Du dann gestärkt zu mir sagst: „Es gab diese Zeit.“</p>
<p>***</p>
<p>für L. </p>
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