Archiv für Mai 2010

Warnung

Kinder, geht nicht in den dunklen Keller!
Bleibt im Garten, dort ist es heller!
Nicht dort hinunter, bleibt doch stehen!
Nicht weitergehen…
Psst… hört ihr es? – Verknalltes Nagelgejammer,
sie lassen sich quälen… das ist der Hammer!
Die Muffen munkeln, die glatte Latte erwäge
verbotene Spiele mit der Handkreissäge!
Ein heißer Kolben ist in schweren Nöten,
er will endlich löten –
und das Zinn
schmilzt dahin.
Auf [...]

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David und Goliath

Nebel schleicht durch die Stadt. Die vielen Gebäude, die bunten Reklamen, die Menschen, die schnell noch vor Ladenschluss in die Geschäfte hasten, das fahle Licht der eben angezündeten Laternen, jede Kontur löst sich auf und schwimmt in eintönigem Grau. Fein zerstäubter Nieselregen durchdringt alles und jeden. Die Scheinwerfer der Autos wischen wie ängstlich über [...]

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Nach dem Sturm

Die Blätterkronen wirken allenthalben
wie frech und frisch frisiert
nach dem Sturm.
Waghalsig virtuos schwindeln Schwalben
um den Hahn ungeniert
auf dem Turm.
Nicht blau ist der Himmel: blauer!
Grüner das Laub, nicht grün!
Wohlige Sonnenscheinschauer
jagen sich kühn…
…Augensprühn…
…Zungenzündeln…
…Wangenglühn…
All meine Sinne bündeln
sich noch und blühn.

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Kerbelreim

Im späten Frühjahr,
die Wege schon wiesengekerbelt,
hab ich die Geige verscherbelt.
Weil sie keiner mehr spielte.
Die Knete bei Krautkrämer üppig verschmaust,
doch so gut auch das Menü war:
Wie Heiner immer schielte
und ballte die Faust,
weil es eine Qual war,
wenn ich mal spielte,
ist unbezahlbar.
Leiser ist Kerbelreimdichten,
da schielt Heiner mitnichten.

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