Kapuze

Im Hall des Treppenhauses
pfeift es sich gut,
zwei Stufen auf einmal,
rhythmisch,
bis in den zweiten Stock.

Hinunter sogar drei.
Jedoch mehr Stolperpolter,
ohne Geländer,
mehr Flucht als Pfiff.

Im Erdgeschoss schüttet es.
Zieh die Kapuze auf.

  • Die ersten beiden Strophen haben Pfiff. Aber dass es im Erdgeschoss??? schüttet? Also durchs Dach und alle Decken,
    glaub ich Dir nicht. Vermute, Du meinst: draußen?Die Kapuze am Schluss ganz kurz, trotzdem auch als Titel? Reizvoll, offen zu lassen, ob nur das fehlende Geländer Grund für das Stolperpolter ist.

    • Ob es draußen vor der Tür regnet, soll hier egal sein. Aber drinnen, ganz tief unten, da schüttet es. Und ohne Kapuze wäre man verloren.

  • Aber das Erdgeschoss ist nicht tief unten, sondern zu ebener Erde. Auch parterre genannt.
    Kurzum für mich drückt das Gedicht, das Begehen einer Ruine aus.

  • Was Du im Kommentar andeutest, sehe ich nicht im Gedicht. Vielleicht bin ich zu simpel gestrickt.Kann ja sein.

    • Nein bist du nicht, zu einfach gestrickt meine ich. Stell es dir so vor, wie es da steht. Jemand hastet in fröhlicher Stimmung die Treppe hinauf, singend und pfeifend, in Vorfreude auf das, was ihn oben erwartet. Was dort oben geschieht, bleibt dem Leser verborgen. Er sieht nur, wie der Jemand wieder herunterkommt, wieder hastend, aber diesmal nicht so freudig – bis er wieder Bodenhaftung hat – im Erdgeschoss. Hier zieht er die Kapuze über, die ihn vor dem über ihn hereinbrechenden Platzregen schützt – noch bevor er ins Freie tritt. Ist doch ganz einfach ;)

  • Genauso hab ich das entdeckt und dass das Geländer fehlt,kann als Hinweis auf eine Ruine interpretiert werden oder ein Haus, das nicht fertig gestellt wurde oder ein Abrisshaus, jedenfalls war der Mensch nicht gerade erfreut beim eiligen Runtergepoltern.Deine eigener Kommentar ” drinnen, ganz tief unten”, ” ohne Kapuze wäre man verloren” hat mich irritiert.Interessant fand ich allerdings, dass sich der Autor sich einschaltet :” zieh die Kapuze auf.”

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