Einfall
Stoß den Turm,
auf dass die Klötzchen
purzeln!
Stoß den Turm,
auf dass die Klötzchen
purzeln!
Du magst immun sein gegen Konventionen
bezüglich deines Habitus. Innere Werte zählen.
Du sagst, mit Schick soll ich dich bloß verschonen,
dich nicht mit Mode, Stil und teuren Marken quälen.
Schon recht, die Ansicht will ich gerne teilen.
Dein Zauselbart, das Stieselhemd, die ausgebeulte Hose -
nicht schlecht, ich mein: was sollst du an dir feilen.
Der beste Fraß ist selten [...]
Kaum trag ein neues Lied ich vor, dass jemand schwört:
das hab ich doch schon irgendwo einmal gehört!
Den frischen Vers, den ich soeben erst erdacht,
kennst du so ähnlich schon und fragst mich: selbst gemacht?
Was ich erfinde, gibt es schon, es ist verzwickt,
profan erscheint mein Geistesblitz und ungeschickt.
Motive, Harmonien, alles von der Stange,
die Grundidee hatte ein anderer [...]
Mein Kind,
verschreib dich keinem Dichter
nie!
(wenn du kannst…)
Wenn auch sein Versmaß Träume spinnt
und seine Poesie
mit dir durch Wolken tanzt -
im Alltag liebt er deutlich schlichter.
Dr. Forsch bastelt
an seinem neuen Navi.
Er will es so programmieren,
dass ihn alle Wege nach Rom führen.
Forsch will endlich mal wieder
jemandem zeigen,
wo es lang geht.
Sein altes wurde bei einem Unfall beschädigt.
Forsch war mit seinem Wagen
kopfüber
in einem Graben gelandet,
und sein Navi plärrte nur noch
„bitte wenden“.
Forsch hat es jetzt
an seiner Pfanne installiert,
damit nichts mehr anbrennt. [...]
Das Nummernschild, das Nummernschild
das konnt sich keiner merken.
Nicht Schwächen, keine Stärken,
das Nummernschild.
Kein Kratzer, keine Beulen.
Es war bei Gott zum Heulen,
das Nummernschild.
Nicht Schnaps-, nur wirre Zahlen,
auch keine Initialen.
Das Nummernschild.
Selbst nicht mit Eselsbrücken
wollte das Merken glücken.
Das Nummernschild
konnt nicht phosphoreszieren,
denn niemand wollt´s polieren.
Das Nummernschild.
Das Nummernschild
war nur ein Mauerblümchen.
Kein Ruhm, noch nicht mal Rühmchen.
Doch eines Nachts im Nebel
da [...]
(für Christian M.)
Ein Otter
fraß an einem Dotter
mitten im Flussbettschotter.
Warum
denn nur?
Der Sonnen-Ur
erklärts mir stumm
im Regen:
Das hochgeschei-
te Tier aß Ei
der Verse wegen.
Wir wachten beide tags mit einem Rüssel auf.
Zeigten gegenseitig mit dem Finger
auf unsere Schlangennasen,
kugelten uns und feixten schrill.
Na klar, wir nehmen Nachteile in Kauf,
es sind ja riesenlange Dinger!
Doch immer noch besser als Hasen:
idiotisch wer so große Löffel haben will!
Auch wenn wir jede Menge Spott erdulden
und aus Eimern trinken müssen –
wir können uns dafür jetzt um [...]
Mein erster Ton am Morgen ist:
minniminiep.
Zwar würd ich lieber zart geküsst -
(geflüstert sanft:) ich hab dich lieb -
doch bin ich eher.
Frühaufsteher.
Wer´s klassisch mag:
der Klöppelschlag
schellt schrill und intensiver.
Die Klingelton-
generation
weckt sich weit kreativer -
doch mir verschönt den Tag
der digitale,
bin dran gewöhnt und mag
das minimale
Knopfzellenpiep:
minniminiep.
Wenn ich einst sterbe, leget mir
den Wecker in die Linnen.
Die Auferstehung soll Punkt vier
“minniminiep” [...]
In meinem kleinen Gartenteich,
ich traute meinen Augen,
sah ich etwas tentakelgleich
an einem Goldfisch saugen.
Das wird doch wohl kein Krake sein?
Ich runzelte die Stirne,
schnell sammelte ich Fallobst ein
und warf mit einer Birne.
Oktopus ließ vom Goldfisch ab,
ergriff die Frucht und zielte,
das Obst verfehlte mich nur knapp,
wohl weil der Krake schielte.
Es kam zu einer Birnenschlacht,
es flogen die Geschütze!
Doch ich [...]