Alle Texte zu Kategorie ‘Zauberlieder’

Madagaskar

Zwei Wellen auf offenem Meer
die wogten auf gleicher Länge
sich wild umeinander her,
sie kannten nicht Grenzen noch Enge.
Kein Deich sie einzudämmen,
kein Fels, der sie jemals bezwang.
Nur der Wind blies auf ihren Kämmen
zum seufzenden Walfischgesang.
Ref.: Die Wellen spürten sich
und sie berührten sich,
[...]

Weiterlesen »

Delphi

In lauschiger Laube
aus blutroter Traube
getraut in Vertrauen
nichts Schauriges schauen.
Traurig betrauern
in Trauer bedauern,
schaurig erschaudern
und zögern und zaudern.
Zusammengekauert
mit Mauern ummauert
die Bluthunde kraulen,
den Vollmond bejaulen.
Misstrauisch lauern
mit zornigen Hauern,
sich wagen, sich trauen,
verschlagen, verhauen.
Flucht aus dem Grauen
dem schwarzen, dem Blauen
entgegen, geschunden
in Raum ohne Wunden.
Gefühle erlauben
und warten, und glauben
singt leise die traurige Eule.

Weiterlesen »

Nach dem Sturm

Die Blätterkronen wirken allenthalben
wie frech und frisch frisiert
nach dem Sturm.
Waghalsig virtuos schwindeln Schwalben
um den Hahn ungeniert
auf dem Turm.
Nicht blau ist der Himmel: blauer!
Grüner das Laub, nicht grün!
Wohlige Sonnenscheinschauer
jagen sich kühn…
…Augensprühn…
…Zungenzündeln…
…Wangenglühn…
All meine Sinne bündeln
sich noch und blühn.

Weiterlesen »

Thema des Monats: Liebesbriefe

Hi Suse,
man fängt ja nicht mit ich an. So Briefe schreiben ist nicht einfach, erstmal musste ich überhaupt Papier finden. Aber ne SMS reicht irgendwie nicht, ich hab´s versucht. Jetzt hab ich schon wieder ich benutzt, man! Es sollte aber ein du-Brief werden. Mit Du groß. Es war echt groß gestern mit dir. Also alles [...]

Weiterlesen »

Mein Herz ist eine Glocke

Mein Herz ist eine Glocke,
wer schlug die Bronze an,
dass ich der Vibrationen
nicht Meister werden kann?
Erdröhnt im steten Beben
das zitternde Metall,
pflanzt sich durch Brust und Magen
und schauert überall.
Und selbst die Luft zum Atmen
die mich sonst still umhüllt
ist durch des Herzens Schwingen
wie mit Musik erfüllt.

Weiterlesen »

Ein Schiffchen aus Papier

Ein Schiffchen aus Papier,
gefalzt von Kinderhand
an einem fernen Strand,
wer weiß, wie weit von hier.
Es trudelt durch die Flut
und wirbelt schief im Kreis,
sein Segel leuchtet weiß,
das Schiffchen hält sich gut.
So weit auf hoher See
trotzt es der Gischten Schaum
zu glauben ist das kaum -
und doch es ist kein Traum.
Ahoi, mein Schiff, adieu.

Weiterlesen »

Brötchenduft

Die Backwarenverkäuferin
grient wie ihr Honigkuchenpferd,
und wiehert: Guten Morgen!
So früh so fröh, mein Gott, ich bin
noch strubbelig und umgekehrt,
im Tuschelbett verborgen.
Wie warm du warst.
Und als wir kicherten.
Und als wir nicht mehr kicherten
weil uns kein Atem blieb.
An deinen Füßen schnuppern find ich sehr intim.
Es riecht nach frischen Brötchen,
weißt du das?
Sie überschmettert mich so pu-
delwohl mit morgenfrischem Pflaum,
ich [...]

Weiterlesen »

Fremdeln

Stupsnäschen. Zwei große Kuller-
augen. Und im Mund ein Schnuller.
Du staunst ihn an
den fremden Mann,
der dich am liebsten piekste
oder knuffte,
dir in die Wange kniffe
und dich puffte.
Er linst verschmitzt und grinst
und albert mit der Zunge,
bääh!,
so wie ein dummer Junge.
Doch jäh
und unvermutet fliegt der Schnuller ungelogen
hoch im Bogen
in die Kissen!
Dein Mund verzieht sich – und dann schreist du [...]

Weiterlesen »

Deckung

Als Kinder haben wir Buden gebaut,
mit Stühlen und Decken.
Zum drinnen verstecken.
Wir haben uns sonst was getraut,
im schleierlabilen Gebilde
begeistert verkrochen.
Wir heckten aus, führten im Schilde
und haben einander gerochen.
Ein Gedanke, während ich schreib:
Zwillinge im Mutterleib.
Nur nicht ans Licht!
Jetzt nicht! Jetzt noch nicht!
Verzeiht mein Lauschen, ich wollte nicht stören -
nur wieder einmal Budenkinderkichern hören.

Weiterlesen »

Nasenbummel

Manchmal geh ich Nasenbummeln.
Sie ist ein Engel, hat sie doch Flügel -
und ist dazu gleichzeitig Höhle und Hügel.
Mich in Schnupperwolken mummeln,
mit geschlossenen Augen
Farben einsaugen.
Ein Hans-Guck-In-den-Duft.
Zum Beispiel aus dem Bäckerladen
ziehen knusprig bräunlich-gelbe Schwaden.
Die Penner vor dem Bahnhof müffeln bläulich
traurig gräulich.
Und triefend rote Töne sickern lüstern
aus einer jungen Schönen in geblähte Nüstern.
Im frisch gemähten Rasen dünsten grüne [...]

Weiterlesen »