Clare schlief unruhig. Gedankenfetzen rissen sie aus dem Schlaf, Worte tanzten vor ihren Augen, bis sie sie in eine Dose zwang und den Deckel schloss. Leer wollte sie sein, nicht mehr über den Streit nachdenken, der zwischen ihnen lag. Ihre Hand strich über sein Kopfkissen. „Ich wünschte, du wärest hier“, flüsterte sie, küsste ihre Fingerspitzen und gab mit der Hand diese Zärtlichkeit für ihn auf die Reise, wie sie es immer tat, bevor sie einschlief. Ihr Atem ging nun ruhiger, tiefer.
Im Traum lächelte sie. Sie sah eine Pflanze hoch oben im Gebirge im Spalt eines Felsens wachsen. Dort sammelten sich Erde und Wasser, die Vorsprünge des Felsens schützen sie vor Sturm und Orkan, so dass die Pflanze wuchs und aufblühte. „Du bist mir Halt und Schutz“, sagte sie zum Felsen, und: „Ich fühle mich wohl mit dir.“ „Ich bin niemand, mit dem man sich wohl fühlen kann“, antwortete dieser. „Und doch tue ich es“, widersprach sie ihm. Dem Fels blieb die Entwicklung der Pflanze nicht verborgen. Er sah, wie sie wuchs, er spürte, wie ihre Wurzeln an ihm Halt fanden, und heimlich erfreute er sich an ihren Blüten. Sie war da. Sie war einfach da. Und sie sah ihn anders, als die Felsen um ihn herum ihn bisher gesehen hatten.
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