Die Geschichte zweier Spinner

„Das Chamäleon“ von Armin Sengbusch – eine Rezension

Das Chamäleon (Cover)


„Das Chamäleon“ ist die Geschichte zweier Profikiller. Und die Geschichte zweier Spinner. Zwar sind die beiden Protagonisten charakterlich ziemlich unterschiedlich, aber außer ihrem „Beruf“ eint sie noch etwas anderes: ein völlig verqueres Menschenbild.

Armin Sengbusch ist mit seinem Roman ein echtes Kunststück gelungen. Obwohl sich in dem Buch nicht ein einziger sympathischer Charakter findet, munter zwischen zwei Erzählperspektiven geswitcht wird und das Storyfinale im Grunde vorhersehbar ist, verfügt das Werk über Empathie, eine klare Linie und viel Spannung.

Der Grund dafür ist klar. Dass der Mix aus Kriminalroman, Milieuskizze und Psychostudie fasziniert, liegt an der Wortkunst des Autors. Der Schriftstehler, wie sich der Armin Sengbusch selbst nennt, weiß mit Sprache umzugehen. Dies hat der Hamburger bereits bei zahllosen Poetry Slams bewiesen.

Schriftstehler Armin Sengbusch


Den Werdegang zweier Auftragsmörder „von der Pike auf“ zu verfolgen, ist ein interessantes Sujet. Wie ticken solche Leute, die auf Zuruf mitleidlos Menschen eliminieren? Was treibt sie zu ihren Bluttaten? Geldgier, Lust am Töten …? Kann man Gleichmut trainieren und sich vorsätzlich abstumpfen? Wie hält man seine Emotionen unter Kontrolle?

„Das Chamäleon“ ist gleichsam ein Buch über Selbsteinschätzung und darüber, wie man von anderen wahrgenommen wird. In dieser Hinsicht enthält das Buch viele aufschlussreiche Gedankengänge und Reflexionen. Hier erweist sich der permanente Perspektivwechsel als ausgesprochen belebendes Element. Wird etwa in einer Passage eine Figur aus Eigensicht als höchst professionell geschildert, werden an ihr schon in der nächsten aus einer Fremdbetrachtung heraus Zweifel gestreut. Widersprüchlichkeiten werden zum Stilmittel.

Man mag sich als Leser an der Kälte stören, die dem Werk über weite Strecken innewohnt, aber andererseits ist die Aura des Unnahbaren, Kalkulierten, Höhnischen und Süffisanten den Protagonisten angemessen.

Wenn „Das Chamäleon“ eine Schwäche hat, dann liegt sie in der Figurenanlage. Beide Killer haben im Privaten eigentümlicherweise ausgesprochen vernünftige Ansichten und einnehmende Vorlieben (sei es nun in Bezug auf Ausländerhass, Spießbürgertum oder Rockmusik). Man bedauert fast, dass sie solche Arschlöcher sind.

Dass Berufsmörder Alexander, der seine sozialen Bindungen trotz seiner unmoralischen Tätigkeit nie aufgibt, irgendwann in Gewissensnot stürzt, ist eigentlich logisch. Dass er am Ende zur Weinerlichkeit neigt, beißt sich ein wenig mit der Gedankenlosigkeit und dem Egoismus, die er zu Beginn an den Tag legt. Dieser Entwicklungsprozess mutet ein wenig zu drehbuchartig an. Liebe erklärt nun mal doch nicht alles.
Auch Richard, ein Natural Born Killer und das titelgebende Chamäleon, ist nicht in allen Aspekten seines Wesens wirklichkeitsnah. Einerseits zeigt er als radikaler Misanthrop nicht sonderlich viel Interesse an anderen Menschen, andererseits tarnt er sich für seine Aufträge mit einer Art Mimikry, was doch eigentlich viel Hingabe für die Beobachtung der Umwelt und somit auch eine gewisse Hinneigung zum Volk voraussetzt. Aber diese Tarnfähigkeit wird ihm quasi wie ein Axiom zugestanden, es ist eben so. Das macht die Figur zwar nicht unbedingt unglaubwürdig, aber doch irgendwie un- und übernatürlich.

So recht stören tut die vertrackte Charakterzeichnung indes nicht. Killer haben halt alle einen Hau und sind daher von Natur aus unglaubwürdig. Armin Sengbuschs Crime-Groteske hat Hintersinn und Esprit, sodass sie eine erfrischende Lektüre abgibt.

Das Chamäleon: Roman
Armin Sengbusch (Autor)
Verlag: Kleine Schritte
ISBN: 978-3899681352; 220 Seiten; Krimi

alte dame in grau

mächtig, eindrucksvoll,

mit stoßzähnen, die als waffe gegen uns tödlich wären,

ebenso dein rüssel, der mit leichtigkeit löwen hinwegschleudert

reichst mir deine finger,

ergreife sie und führe dich,

doch in dem wissen: allein weil du es zulässt

dein heißer atem strömt über meine hand,

feucht wird sie,

nicht nur aus ängstlichem respekt

deine dunklen augen mit den längsten wimpern,

die ich je gesehen habe,

ohne groll blicken sie mich an

alte, weise dame, nimmst mich gewaltlos gefangen

wer hat dir brutal all die wunden geschlagen

nie werden sie vor einem richter stehen

du wirst deine peiniger wiedererkennen

und dein eigenes urteil fällen

verübeln könnte ich es dir nicht

streiche ein letztes mal über deine furchen übersäte haut

vorsichtig, fast zärtlich greifst du nach dem obst

der abschied fällt schwer und leicht,

wartet hier doch kein jäger mehr auf dich

***

Afrikanischer Elefant:

Bullen und Kühe besitzen Stoßzähne. Sie dienen dem Graben, Stochern und der Verteidigung. Ihr Rüsselende besteht aus zwei Fingern, auch Lippen genannt. Die Lebenserwartung liegt bei ca. 70 Jahren. Aufgrund ihrer schlechten Futterverwertung haben sie ca. alle 30 Min. Verdauung (5-8 Kothaufen), so hinterlassen sie für Spurensucher eine gute Fährte. Täglich werden bis zu 300kg Nahrung und 150l Wasser aufgenommen.

Die Jagd nach Elfenbein dezimierte den Elefantenbestand in Afrika in der Zeit von 1979-1989 von 1,2 Mill. Auf 600.000. Obwohl 1989 der Handel mit Elfenbein weltweit verboten wurde, schätzte man noch 2009, dass jährlich mehr als 30.000 Tiere gewildert wurden und heute immer noch werden.

Text und Fotos:© Tietze Linskens

Facebook-Song

Einfach super!

Einfach super!

Zweitausend Freunde hab ich,
und die darf jeder seh’n,
die vollends treulich feste
zu mir bei Facebook steh’n.
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fridas Lesetipp: Val McDermid „Alle Rache will Ewigkeit“

Ein College in Oxford, ein dort an seinem Hochzeitstag ermordeter Ehemann, seine Witwe, die sich als Lesbe entpuppt, deren undurchsichtige Geliebte, eine noch undurchsichtigere Therapeutin, und mittendrin eine derzeit suspendierte psychiatrische Gerichtsgutachterin, die von der besorgten Mutter der Witwe auf deren Geliebte angesetzt wird, weil sie davon überzeugt ist, dass die den Ehemann umgebracht hat.

Das sind die Grundlagen für den Plot von „Alle Rache will Ewigkeit“, dem neuesten auf Deutsch erschienenen Kriminalroman von Val McDermid, einer in der Reihe der „stand alone“-Krimis, die im Abstand von 2-3 Jahren zur Tony Hill/Carol Jordan-Reihe erscheinen. Eine Besonderheit von „Alle Rache will Ewigkeit“ ist, dass nahezu alle handelnden wichtigen Personen nicht nur Frauen sind, sondern darüber hinaus lesbische Frauen, deren gemeinsame Grundlage das akademische Milieu des – fiktionalen – St. Scholastika Colleges in Oxford ist. Nun ist Val McDermid bekanntermaßen Lesbe und war darüber hinaus die erste Schottin, die von einer staatlichen Schule auf ein (Frauen-)College in Oxford gehen durfte. Man kann also getrost davon ausgehen, dass sie sich sowohl als auch mehr als gut auskennt.

Der Plot gestaltet sich gewohnt souverän und wie immer komplex, also nicht so leicht zu durchdringen. Charlie Flint wird von Corinna Newsom – ihrer Ex-Dozentin – angeheuert, um Jay Macallen Stewart, die Geliebte ihrer Tochter Magda (der Witwe) als Mörderin des Ehemanns zu entlarven. Charlie, derzeit suspendiert und beruflich frustriert, gleichzeitig verstrickt in einer nicht offen ausgesprochenen amourösen Verwicklung mit einer Therapeutin namens Lisa Kent, obwohl sie in einer langjährigen, eigentlich glücklichen Beziehung steckt, wird zur Ermittlerin wider Willen. Zum einen fasziniert sie die Aufgabe, zum anderen befürchtet sie aber, dass hinter Corinnas Ansinnen auch homophobe Motive stecken, denn Corinna ist durchaus der Überzeugung, dass Magda sich von Stewart hat verführen lassen, ohne tatsächlich genuin lesbisch zu sein.

Parallel dazu entwickelt sich – wie so oft bei Val McDermid – ein zweiter Handlungsstrang, der sich am Ende mit dem Haupterzählstrang verbindet. Jay Macallen Stewart – höchst erfolgreiche Geschäftsfrau – schreibt nämlich an ihrer Autobiografie, die aber offensichtlich von ihr manipuliert wird. Man weiß als Leser/-in nie genau, ob und wie weit Stewart gerade tatsächlich die Wahrheit sagt oder ob wir nur die geschönte Version lesen. Die Erzählungen von Stewart wechseln sich mit den Ermittlungsbemühungen von Charlie ab, so dass man von Cliffhanger zu Cliffhanger eilt. Stewart ist eine Schlüsselfigur, aber nicht nur Charlie Flint, sondern auch als geübte Leserin braucht man sehr lange, um das passende Schloss zu diesem Schlüssel zu finden.

Mit Jay Macallen Stewart und insbesondere Lisa Kent hat Val McDermid die unsympathischsten lesbischen Romanfiguren seit langem kreiert. Beide als höchst manipulative Charaktere angelegt, versteht man so gar nicht, was ausgerechnet die nette und sympathische Charlie an einer „bitch“ wie Lisa Kent so faszinierend findet, dass fast ihre Beziehung dabei drauf geht. Charlie Flint dagegen hätte das Zeug, literarisch zu einer Ermittlerin mit einer eigenen Reihe weiterentwickelt zu werden, vergleichbar einer Lindsay Gordon, aber jetzt auf einem sehr viel höherem literarischen Niveau.

„Alle Rache will Ewigkeit“ ist McDermidsche Krimikunst wie immer auf höchstem Niveau, keine Minute langweilig, gut und flüssig geschrieben, und man muss schon selbst gut aufpassen, dass man sich von Jay Macallen Stewart nicht manipulieren lässt.

„Alle Rache will Ewigkeit“ ist teilweise dafür sehr gescholten worden, dass die Figuren überwiegend lesbisch sind und Val McDermid wurde sogar „Missionierung“ unterstellt. Solchen Rezensenten kann man da nur ins Stammbuch schreiben, dass sie selbst mal ihre eigene Homophobie gründlich überdenken sollten.

„Alle Rache will Ewigkeit“ (englischer Originaltitel: „Trick of the Dark“), Kriminalroman von Val McDermid, 12/2011 auf Deutsch erschienen, 567 Seiten.

www.valmcdermid.com

© frida 2012

fridas DVD-Tipp: „The Help“ von Tate Taylor

„Das Geheimnis liegt in der Soße“ hieß es einst doppelbödig in „Grüne Tomaten“. In „The Help“ – jetzt neu auf DVD erschienen – liegt eines von vielen Geheimnissen ebenso doppelbödig im Schokoladenkuchen.

Ein wenig erinnert mich „The Help also schon an „Grüne Tomaten“. Aber während in „Grüne Tomaten“ schwarze Menschen zwar wichtige Nebenfiguren waren , die Gewichtung der Story aber auf der Beziehung zwischen den beiden weißen Frauen lag, liegt die Gewichtung in „The Help“ eindeutig auf dem Schicksal jener Tausenden von schwarzen Frauen, die als Haus-und Kindermädchen die weißen Haushalte im Süden der USA am Laufen hielten, und einfach nur „The Help“ hießen, dem alltäglichen Rassismus nicht nur ihrer „Herrschaften“ weitestgehend schutzlos ausgesetzt.

„The Help“ ist angesiedelt im Jahr 1963, Schauplatz die Stadt Jackson, Hauptstadt von Mississippi, seinerzeit einer der übelsten rassistischen Staaten jenseits der Mason-Dixon-Linie. Aber im Jahr 1963, dem Jahr von JFK’s Ermordung, aber auch von Martin Luther Kings Marsch auf Washington, liegt auch in Jackson bereits ein wenig Rebellion in der Luft.

„I have a dream“ gilt auch für die liberale Skeeter (Emma Stone), der weißen Protagonistin des Films, und für die Haushaltshilfen Aibeleen (Viola Davis) und Minny (Octavia Spencer), den schwarzen Protagonistinnen. Skeeters Traum ist eine Karriere als Schriftstellerin, Aibeleens und Minnys Traum endlich als Menschen unter Menschen wahrgenommen und anerkannt zu werden.

Vom parasitären Lebensstil ihrer weißen Freundinnen zunehmend angewidert, setzt Skeeter mit Unterstützung von Aibeleen und Minny schließlich erfolgreich ihr Traumprojekt um: Ein Buch nicht nur über die „Hilfen“, sondern auch mit „The Help“, in dem der weißen Gesellschaft ein Spiegel vorgehalten wird.

Wunderbar komplementär zu Skeeter sind die Figuren von Aibeleen und Minny gestaltet. Aibeleen mit ihrer leisen Resignation zu Beginn des Films und dann doch am Ende – mutig geworden durch den Erfolg des Buches – über sich hinauswachsend, während Minny ihr Herz auf ihrer Zunge trägt.

„The Help“ ist mal leise wie Aibeleens Traurigkeit, mal lauter wie Minnys vorlautes Mundwerk, deren berühmter Schokoladenkuchen zum Menetekel für die schlimmste Rassistin (besonders fies Bryce Dallas Howard als Hilly Holbrook am Ort wird. Fast zweieinhalb Stunden lang, aber keine Minute langweilig, folgt man Aibeleen und Minny durch einen mit sichtbaren („Coloreds only“) und unsichtbaren Stolperfallen verminten Alltag für jene, die nicht die richtige Hautfarbe haben.

Der Film berührt einen unweigerlich emotional. Und natürlich weiß man, auf welcher Seite man als Zuschauerin zu stehen hat. Darüber hinaus ist „The Help” ein Film mit und über starke Frauen, denn sowohl die weißen als auch die schwarzen Männer fallen hier besonders durch ihre Schwachheit auf.

Abgerundet wird „The Help“ durch hervorragende Schauspielerleistungen und durch einen sehr schönen Soundtrack (Musik Thomas Newman, der Titelsong wird von Mary J. Blige gesungen), der die besondere Stimmung des Südens gelungen einfängt.

Ich empfehle außerdem dringend, sich den Film in der Originalfassung anzusehen, da auch das Südstaaten-Englisch, insbesondere das Black English zur Atmosphäre des Films nicht unbedeutend beiträgt.

Am Ende des Films geht Aibeleen hocherhobenen Hauptes aus dem Haus ihrer „Herrschaft“, nachdem sie endlich Mrs Holbrook in ihre Schranken gewiesen hat. Auf den Gesichtern der weißen Frauen spiegelt sich fassungslos eine Ahnung, dass es allmählich mit ihrer unbeschränkten Vorherrschaft vorbei sein wird.

„The Help“ („The Help“), USA 2011, Regie: Tate Taylor, ca. 140 Min

P.S. Den Roman dazu habe ich noch nicht gelesen, aber werde in der nächsten Zeit damit beginnen.

© frida 2012

fridas Lesetipp: Stephen King „Der Anschlag“

Zeitreisen, Paralleluniversen, Existenzen in verschiedenen Zeitlinien: Die Faszination an Möglichkeiten paralleler Existenzen außerhalb der eigenen Zeitlinie ist nach wie vor ungebrochen. Mit „Der Anschlag“ nimmt nun Stephen King seine Leser mit auf eine Zeitreise in die USA der Jahre 1958 bis 1963.

Der Englischlehrer Jake Epping wird ausgewählt, das Attentat auf John F. Kennedy zu verhindern, um den Lauf der Geschichte positiv zu verändern. Der Zugang zur Vergangenheit ist verborgen im Diner-Alutrailer seines Freundes Al, der, weil schwer krebskrank, selbst die Tat nicht mehr ausführen kann, jedoch besessen von der Idee ist.

Jake, der sich erst widerstrebend auf das Unternehmen einlässt, findet zunehmend Gefallen daran, insbesondere auch daran, dass er Dinge in der Vergangenheit tatsächlich ändern kann. Und während Epping sich in Texas an die Fersen von Lee Harvey Oswald heftet und gleichzeitig als George Amberson eine verdeckte Kleinstadt-Lehrerexistenz – eine neue Liebe in Gestalt der Schulbibliothekarin Sadie inklusive – führt, entfaltet King ein äußerst lebendiges Panoptikum jener Jahre und fängt das typische Klima jener Zeit sehr schön ein: Rock’n’Roll und Petticoat, Autokino und Autos mit Heckflossen, Family Diner und Kleinstadt-Varieté.

Aber das alles ist auch ein wenig zu brav, und die Moralvorstellungen von wenigen überschatten noch das Liebesleben unverheirateter Erwachsener. Schwarze Menschen sind die Fußabtreter der Gesellschaft des institutionalisierten Rassismus, auf denen noch die armen Weißen herumtrampeln dürfen. John F. Kennedy ist dagegen der Hoffnungsträger der sich modernisierenden und liberalisierenden Teile der Gesellschaft.

Für Jake ist Texas Himmel und Hölle zugleich. Himmel, weil er in Sadie eine ebenbürtige Partnerin findet, Hölle, weil er Lee Harvey Oswald aufhalten muss. Oswald ist ein mit Minderwertigkeitskomplexen behafteter, egozentrischer Unsympath, ein Verlierer, der sein Leben nicht auf die Reihe bekommt und darüber hinaus seine Frau misshandelt. Je näher Jake den Oswalds kommt, desto mehr identifiziert er sich mit seiner Welten-Retter-Aufgabe.

Zum großen show down kommt es am Tag des Attentats, dem 22.11.1963 (der Originaltitel 11/22/63 verweist auf dieses Datum) im Schulbuchmagazin (der Ort, von dem Oswald aus JFK erschoss). Aber die Vergangenheit will sich nicht ändern lassen. Immer wieder verweist der Roman auf den „Schmetterlingseffekt“, nach dem auch nur geringfügig veränderte Anfangsbedingungen auf langfristige Sicht zu gänzlich anderen Entwicklungen führen können.

Da die Vergangenheit sich nicht ändern lassen will, tritt sie als Gegner mit allen Mitteln gegen Jake Epping an. Es gibt zwar kein dingliches „Böse“, aber je mehr Jake aktiv eingreift, desto mehr häufen sich schlimme Ereignisse. Am Ende muss Jake erkennen, dass er mit der einen guten Tat in der Folge mindestens tausend böse Ereignisse ausgelöst hat. Dennoch lässt King seinen Roman versöhnlich enden. Jake drückt sozusagen den „restart button“, um die Dinge wieder an die richtige Stelle zu rücken.

Insgesamt ist King mit „Der Anschlag“ ein in sich rundes Werk gelungen, das an keiner Stelle uninteressant oder langweilig ist, wenn auch Kürzungen an der einen oder anderen Stelle dem Roman zusätzlich gut getan hätten. Jake, die Hauptfigur und zugleich der Ich-Erzähler, ist ein netter Typ, dem man die guten Absichten abnimmt und dem man sein zweites Lebensglück in jenem anderen Leben wünscht, auch wenn er im Inneren trotz aller Anpassung Kind seiner Zeit, also im Hier und Jetzt, bleibt. Sympathisch ist mir außerdem, dass Jake nie seine liberalen und aufgeklärten Überzeugungen aufgibt.

Und Stephen King wäre nicht Stephen King, wenn er nicht – wie öfters in seinen Romanen – auch hier Bezüge zu anderen Werken herstellt. So findet der Leser u.a. Verweise auf die Romane „Es“ und „Christine“, und auch auf bekannte Schauplätze (Castle Rock, Derry).

Wie man im Nachwort erfährt, ist der Autor kein Anhänger der Theorie, dass JFK einer Verschwörung zum Opfer gefallen ist. Oswald ist für ihn ein Alleintäter, der allein aus egoistischen Motiven heraus handelte. Ob mit einem lebenden JFK alles anders bzw. besser geworden wäre, müssen wir dem Reich der Spekulation überlassen. King entwirft jedenfalls im Schlussteil des Romans seine ganz eigene Vision von einer Welt, in der JFK weitergelebt hätte.

„Der Anschlag“ (Originaltitel „11/22/63“) von Stephen King, Originalausgabe erschienen 2011, dt. erschienen 2012, ca. 1041 Seiten

© frida 2012

Ausgesprochen unverblümt

„Ausgesprochen lebensnah“ von Jana Engels – eine Rezension!

Ausgesprochen lebensnah (Cover)


Ein bei BOD erschienenes Lyrikbändchen einer verheirateten mehrfachen Mutter – da wird so mancher erfahrene Leser oder Literaturkritiker wissend grienen und sich denken: „Tja, uff, das kann ja nur stilistisch schlichte, unoriginelle, vor Herzschmerz triefende Wohlfühllyrik sein, angesiedelt irgendwo zwischen idyllischen Blumenwiesen und harmonischem Familienglück.“

Von wegen!

Jana Engels nimmt sich den ernsten, unangenehmen Daseinsthemen an. In ihren Versen verarbeitet sie in aller Regel Probleme, Schwierigkeiten, Härten und offene Fragen. Das schließt indes nicht aus, dass man über ihre Texte nicht auch schmunzeln kann. Aber in erster Linie hat man es hier mit Gedichten der Marke „Klare Kante“ zu tun.

„Scham und Angst
bewachten dich gut
und andere spürten
die Krallen meiner Wut“

Ängste, Zwist, Tod, Leidenschaft, Alpträume, Mühsal oder die Ewigkeit sind die Motive der in der Eifel beheimateten Autorin. Niedlichkeit hat da nur wenig Platz. Jana Engels bewegt sich mit ihren Versen strikt auf der Gefühlsebene, aber ohne dabei zu verklären oder gar zu verkitschen.

Die lyrische Umsetzung der Themen gerät trotz der konventionellen Versform kraftvoll. Ein Grund dafür ist, dass die Autorin die direkte Ansprache gewählt hat. Ein anderer, dass sie persönlich wird. Sehr häufig fallen die Worte „du“, „ich“ und „wir“. Das verbindet, berührt, schafft Emotionalität.

Jana Engels


Auch wirkt Jana Engels‚ Sprache gerade heraus. Es ist keinesfalls so, dass sich die Dichterin nicht um formale Aspekte schert, aber nicht wenige Passagen sind wohltuend ungeschliffen. Man merkt, hier meint es jemand ehrlich. Freimut geht vor Fasson.

„Gedichte vom, um und aus dem Leben“ hat Jana Engels ihren Lyrikband umschrieben. Damit hat es die gebürtige Berlinerin auf den Punkt gebracht. Das Buch ist wirklich genau das, was der Titel verspricht: Ausgesprochen lebensnah!

Ausgesprochen lebensnah
Jana Engels (Autor)
ISBN: 978-3842373983; Verlag: Books on Demand; 60 Seiten, Lyrik

fridas Filmkritik: Christian Petzolds „Barbara“

Zugegeben, ich gehörte bisher nicht zu den Fans der Filme des Regisseurs Christian Petzold. Obwohl mir sein Ansatz bei „Dreileben – Etwas besseres als der Tod“ (Dreiteiliger Fernsehfilm von 2011) – überraschend am besten gefiel. Petzold, der gemeinhin zur sog. „Berliner Schule“ gezählt wird, schien sich weiterentwickelt zu haben – weg von den statischen Bilder, hin zu mehr Emotionen in der Story, zu mehr Zuschauerfreundlichkeit.

Sein neuester Film „Barbara“, hochgelobt von der Kritik und mit einem „Silbernen Bären“ für die Beste Regie belohnt, bestätigt diese Weiterentwicklung in vollem Maße. „Barbara“ ist großes Schauspielerkino, mit ruhiger, aber nicht statischer Hand erzählt, voller unterdrückter Emotionen.

Die Story ist angesiedelt Anfang der 80iger Jahre in der DDR. Dr. Barbara Wolff (Nina Hoss), ehemals Ärztin an der Charitè, wird in die Provinz zwangsversetzt, weil sie einen Ausreiseantrag gestellt hat. Weiterhin von der Stasi schikaniert, hat Barbara bereits völlig mit dem System DDR abgeschlossen. Entsprechend distanziert verhält sie sich gegenüber ihrer Umwelt und ihren neuen Kollegen, insbesondere ihrem Chef, Oberarzt Dr. André Reiser (Ronald Zehrfeld), dem sie per se unterstellt, mit der Stasi zusammenzuarbeiten, da er offensichtlich schon rundum über sie informiert ist.

André Reiser ist jedoch weder ein heimlicher Stasi-Zuträger noch ein heimlicher Regimegegner. Er gehört zu jenen DDR-Bürgern, die sich pragmatisch mit dem System arrangiert haben. Er lotet dessen Grenzen aus und sieht sich in erster Linie als Arzt in der Pflicht. So kann er ebenso vorurteilslos der schwerkranken Frau des Stasi-Offiziers Morphium verabreichen wie einen jungen Suizidalen behandeln, ohne diesen gleich zu melden.

Barbaras Abgeschlossenheit bekommt Risse, als ein junges Mädchen, Stella, eingeliefert wird. Für Stella, einer Insassin aus dem berüchtigten Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau, wird Barbara, die sich intensivst um das Mädchen kümmert, zu einer Art Mutterersatz. Reiser steigt wiederum in ihrem Ansehen, als dieser in seinem selbst gebastelten Labor ein Serum für Stella herstellt, nachdem Barbara die richtige Diagnose gestellt hat.

Im engen Kosmos der Klinik und der Kleinstadt trifft Reiser Barbara öfter und persönlicher, als ihr lieb ist. Als Reiser Barbara, die sich mehrfach heimlich mit ihrem westdeutschen Freund trifft und schon längst ihre Flucht nach Dänemark geplant hat, gegenüber indirekt seine Gefühle offenbart, begegnet sie ihm mit großer Vorsicht, kann sich aber auch dessen unausgesprochenem Werben nicht gänzlich entziehen. Stella, die später noch einmal aus Torgau dann zu Barbara flüchten wird, wird letztendlich zum Katalysator für Barbara, die sich am Ende für/gegen Stella und für/gegen die eigene Flucht entscheiden muss.

Klaustrophobie ist das vorherrschende Klima in „Barbara“. Klaustrophisch sind die Flure der Klinik, ist die sehr überschaubare Kleinstadt, das heruntergekommene Haus, in dem man Barbara eine Wohnung zugewiesen hat. Klaustrophobisch sind aber auch die Gefühle der handelnden Personen. In einer Gesellschaft, in der Misstrauen systemimmanent ist und Vorsicht in jeglicher Beziehung das Gebot der Stunde, kann es auch keine offenen Gefühle geben. Ein Gefühl von Freiheit entsteht nur, wenn Barbara auf Feldwegen durch die „freie Natur” radelt. Aber schon der Wald, in dem sie sich mit ihrem Freund trifft, hat mehr etwas vom „bösen Märchenwald”, in dem man sich so gut verirren kann.

Petzold, der aus dem nahen Haan stammt, dessen Eltern aber aus der DDR kommen, hat das spezielle DDR-”Flair” bis ins kleinste Detail rekonstruiert. Da stimmt sogar noch der Aschenbecher, Marke Kunsthandwerk aus Rumänien. Suppentassen und eine Terrine aus der gleichen Serie habe ich heute noch in meinem Schrank stehen, Ausbeute aus dem sog. Zwangsumtausch, dem jeder DDR-reisende Westbürger unterlag. Ich konnte fast das allgegenwärtige Desinfektionsmittel riechen, so nah ist Petzold am DDR-Alltag dran.

Gedreht wurde in einem Stadtteil der Stadt Brandenburg, in Brandenburg selbst und in Mecklenburg-Vorpommern, spezifische Landschaften, die es so im Westen nicht gibt. Petzold, der Musik in seinen Filmen nur sehr minimalistisch einsetzt, lässt dafür umso mehr „natürliche” Geräusche sprechen. Dafür hat er sogar einen eigenen Geräuschmacher. Da rauschen die frühherbstlichen Bäume im Wind, Vögel sind zu hören, der Blinker überlaut im „Wartburg”.

Nina Hoss, die schon des öfteren mit Christian Petzold gearbeitet hat, und Ronald Zehrfeld liefern sich ein großartiges schauspielerisches Duell. Sie ganz die so scheinbar spröde, verschlossene, die aber dennoch nicht ganz ihre Empathie auf dem Weg nach Westen verloren hat, er der softe, aber dennoch bestimmte und selbstbewusste Arzt in bärtig-bäriger Gestalt.

Alles in allem macht das „Barbara” zu einem sehr sehenswerten Film aus deutscher Produktion. Da ZDF/ARTE den Film mitproduziert haben, sollten diejenigen, die keine Lust auf einen Kinogang haben, sich diesen Film dann aber später unbedingt einmal im Fernsehen ansehen.

„Barbara”, Regie: Christian Petzold, D 2011, ca. 120 min

© frida 2012

fridas Filmkritik: James Camerons „TITANIC“- jetzt noch einmal in 3D im Kino

Am 15.04. jährt sich zum 100sten Mal der Untergang der „RMS Titanic“. Aus dieser rundum ausgezeichnet dokumentierten Katastrophe machte im Jahr 1997 auch US-Regisseur James Cameron einen Spielfilm, mit Kate Winslet und Leonardo di Caprio in den Hauptrollen, deren Karrieren durch diesen Film einen ungeheuren Schub erhielt.

Camerons „Titanic“, mit 11 Oscars® gekrönt, erwies sich als erfolgreichster Spielfilm aller Zeiten, bis sich James Cameron mit „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ selbst von diesem Thron stieß. Dennoch ließ (und lässt) das Thema „Titanic“ Cameron nicht mehr los. Er unternahm selbst mehrere Tauchgänge zum Wrack der „Titanic“, die er in einem Dokumentarfilm dokumentierte („Die Geister der ‚Titanic‘, 2005, im IMAX-3D-Format).

Mit „Avatar“ hatte James Cameron bereits einen perfekten 3D-Spielfilm vorgelegt. Und jetzt – passend zum Unglücksjubiläum – nach über 2 Jahren digitaler Bearbeitung bringt er nun auch seine „Titanic“ als 3D-Version ins Kino. Es hat sich gelohnt, meiner Meinung nach. War ich schon seinerzeit vom analogen 2D-Original mehr als angetan, begeisterte mich jetzt die 3D-Version dieses perfekten großen Hollywood-Kinos in Reinform.

Zugegeben: Ich bin ohnehin ein Fan der 3D-Technik, woran „Avatar“ einen nicht unerheblichen Anteil hat, und nehme gern den „Nachteil“ in Kauf, dass man eine Brille tragen muss und Brillenträger wie ich dann eine zusätzliche Brille über die Brille stülpen müssen. Wobei es sich ja nicht mehr um diese seltsamen Pappgestelle aus der Urzeit der 3D-Technik handelt, sondern die heutigen 3D-Brillen eher Sonnenbrillen ähneln. Und die Kinos, seien es hier in Düsseldorf die drei Multiplexe oder das „Atelier“, welches zur „Metropol-Gruppe“ gehört, haben gehörig in ihre 3D-Technik investiert.

Die 3D-Version von „Titanic“ verleiht dem Film einen ganz eigenen Reiz. Da 3D den Zuschauer mitten ins Geschehen zieht, sind wir immer direkt dabei: Einer der nahezu unbeschädigt gebliebenen Kristalllüster im Wrack des Schiffes schwebt inmitten von Plankton vorbei, scheinbar zum Greifen nah. Später pflügen dann Leo und Kate in der wohl berühmtesten Szene des Films an der Spitze des Schiffes auf uns zu, dann schrammt das Schiff am Eisberg vorbei, und die großen Eisbrocken fliegen in den Zuschauerraum – nein, alles nur virtuell, aber höchst lebensecht.

Auffällig ist das geänderte Größenverhältnis zwischen Personen und Technik. Gegenüber der äußeren und inneren Größe des Schiffes, immerhin das seinerzeit größte Passagierschiff der Welt, wirken die Menschen wie geschrumpft – wenn die Heizer vor den Öfen schuften oder die Maschinisten sich zwischen den Antriebskolben bewegen, oder aber auch, wenn die Passagiere an Bord gehen oder es sich im Luxussalon gut gehen lassen.

Von den gut 197 Minuten Spieldauer sind ja rund die Hälfte dem Untergang des Schiffes gewidmet. Und mit 3D ging offensichtlich auch eine Überarbeitung des Tons einher. Das Schiff ächzt, schreit und kracht, mit einem dumpfen Grollen, das den unaufhaltsamen Untergang ankündigt und begleitet. Im fast physisch zu fühlenden eiskalten Wasser kommen die Schiffswände auf uns zu und erzeugen eine klaustrophobische Atmosphäre, der man sich kaum entziehen kann.

Die verzweifelten Menschen krabbeln ameisengleich hoch auf das sich steil aufbäumende Heck. Die riesigen Schiffsschrauben heben sich dabei aus dem Wasser, als würde gleich ein unfassbar schreckliches Alien aus der Tiefe hervortauchen. Und dann – als das Schiff auseinander bricht – geht es hinab in die Tiefe, dass einem fast schwindlig wird. Die suggestive Kraft des räumlichen Sehens verleiht dem Untergang der „Titanic“ einen fast schon „hyperreal“ zu nennenden Touch und gibt dem Zuschauer mehr als nur eine Ahnung davon, welches Drama sich während des mehrstündigen Todeskampfes des Schiffes abgespielt haben mag. In der 3D-Version entwickelt das tragische Geschehen letztlich eine ganz eigene Tiefe, in der am Ende Mensch und Technik gleichgestellt als Verlierer dastehen.

Erhellt von Scheinwerfern in der schwarzen Nacht von rund viertausend Metern Tiefe schimmert das rostüberzogenden Wrack der „Titanic“ fast überirdisch schön, aber der im Sandboden ruhende menschliche Nachlass zeugt davon, dass es sich hier nichtsdestoweniger um eine riesengroße Grabstelle handelt. Mit Wirkung ab 15.04.2012 wurde das Wrack unter den Schutz der „UNESCO-Konvention zum Schutz des Kulturerbes unter Wasser“ gestellt. Dies hilft nicht gegen das schleichende Verschwinden, verursacht durch unzählige eisenfressende Mikroben, aber vielleicht hilft es gegen weitere Plünderung und Grabschändung.

© frida 2012

Zuckersüße Zitrusfrüchte: Lemonarien – eine Rezension

Lemonarien


Ein tolles Buch! Genauso sollte ein Lyrikband sein: gefühlvoll und zugleich peppig, geistreich, aber nicht schwergewichtig, ernsthaft, indes auch verspielt.
Franziska Dannheim hat mit ihrem ersten Buch gleich ein echtes Prachtstück hingelegt. Ihr Gedichtband liest sich flockig leicht, ist humorig und ironisch, hat Tiefsinn.
„Da liegt er plötzlich in der Luft, der Limonenduft.“
Es geht ums Keimen, um menschliche Lebensprozesse. Ein selbst gezogener Limonenkern dient als Sinnbild. Die Texte sind zwar nicht autobiografisch, doch gewährt die aus Bad Cannstadt stammende Autorin mit ihnen augenzwinkernd sehr ehrliche Einblicke in ihre Seelenwelt – und in der ist unzweifelhaft ein Schalk zu Hause.
Gute Gedichte regen den Leser stets zum Nachdenken an. Bei den Lemonarien ist das nicht anders. Aber man verfällt nicht ins Grübeln. Viel zu oft muss man bei den aphoristischen Bonmots schmunzeln. Und manche Pointen sind echt zum Kringeln.
„Du bist mein Cocktail, mein Konfekt, mein Morphin,
du hast mich mit deiner selbst angefixt.
Ohne dich weiß ich nicht wo mit mir hin.
Ohne dich geht nichts mehr – verflixt!“

Es gibt eigentlich nur eines, was schöner ist als „Lemonarien – das Buch“. Nämlich „Lemonarien live“! Wer die in Essen wohnhafte Künstlerin einmal auf der Bühne erlebt hat, wird diese Aussage bestätigen. Ob mit Begleitband oder nur mit Ukulele ausgestattet, die ausgebildete Sopranistin leistet bei den Vertonungen ihrer Texte ganze Arbeit. Die Arien in Lemonarien sind durchaus wörtlich zu nehmen. Franziska Dannheim versteht halt ihr Handwerk und weiß ihre Stimme einzusetzen. Wer die Chance hat, die attraktive Opernsängerin und Autorin mit ihrem Programm einmal live zu sehen und zu hören, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.

Franziska Dannheim


Angereichert ist das Buch mit zahlreichen Bildern der Malerin Katharina Lökenhoff, und der Schauwert ist enorm. Die wunderschönen expressiven Zeichnungen (häufig Porträts) ergänzen die lebensbejahenden Texte perfekt. Durch sie erhält der Band eine zusätzliche Dimension.
Keine Frage, „Lemonarien“ ist ein Kunstbuch. Im wahrsten Sinne des Wortes! Kunst kommt eben doch von Können.

Lemonarien: Gedichte
Franziska Dannheim (Autor)
ISBN-13: 978-3981013740, Verlag: Kawe 8; 146 Seiten; Lyrik